Spielbericht Kuchen Mammuts vs. Bruchsal Rebels 21:20

Krimi auf dem Espan: Mammuts bezwingen Rebels im Schlussspurt
Was für ein Drama auf dem Espan Sportplatz! In einem wahren Football-Krimi der Bezirksliga Baden-Württemberg haben sich die Kuchen Mammuts am Sonntag denkbar knapp mit 21:20 gegen die Bruchsal Rebels durchgesetzt. Am Ende war es eine geschlossene Mannschaftsleistung und der unbedingte Wille im letzten Viertel, der den Mammuts den hauchdünnen Sieg einbrachte. Mit diesem Erfolg sichern sich die Kuchener endgültig den 4. Tabellenplatz, während die Rebels den bitteren Gang in die Relegation auf Platz 5 antreten müssen.

Bruchsal begann das Spiel mit dem Angriff, wurde aber ohne ein First Down von der Defense zum Befreiungsschlag gezwungen. Der erste Angriff der Gastgeber toppte diese kurze Angriffsphase noch, indem gleich beim ersten Versuch ein Fumble die Offense wieder vom Feld zwang. Nachdem die nächste Angriffswelle durch einen Quaterback Sack durch Benjamin Farkas ebenfalls ohne First Down endete, kam die Kuchener Offense, angeführt von Quarterback-Routinier Niklas Hofmann ins Rollen. Hofmann verteilte die Bälle präzise und fand nach starkem Passspiel seinen Receiver Yannick Mayer, der mit einem sehenswerten Catch das First Down tief in der gegnerischen Hälfte sicherte. Wenige Spielzüge später war es Runningback Oliver Dinges, der die Lücke in der Abwehr fand und das Ei zum ersten Touchdown des Tages in die Endzone trug. Nach dem erfolgreichen Extrapunkt durch Felix Bittermann gingen die Mammuts mit 7:0 in Führung.
Was danach ab dem zweiten Viertel folgte, war jedoch ein unerwarteter Bruch im Spiel der Gastgeber. Die Mammuts schenkten die kommenden Phasen streckenweise komplett her. Begünstigt durch die drückende Sommerhitze schlichen sich zahlreiche Unkonzentriertheiten und Abstimmungsfehler ein. Vor allem die Defensive geriet nun massiv unter Druck: Es gelang der Verteidigung reihenweise nicht, den gegnerischen Quarterback sowie den gegnerischen Runningback entscheidend zu stoppen. Immer wieder funktionierte das Tackling in den entscheidenden Momenten nicht, wodurch die Gäste leichtes Spiel hatten, großen Raumgewinn zu erzielen. Zusätzlich verloren auch die eigenen Angriffsreihen völlig den Rhythmus: Das zweite Fumble beim unterbrach die Offensivbemühungen der Mammuts jäh und das Momentum wechselte zu Bruchsal. Die Rebels nutzten diese Schwachstellen konsequent aus, erzielten im zweiten Viertel 13 Punkte und drehten das Spiel bis zur Pause auf 7:13.

Auch nach dem Seitenwechsel fiel es den Mammuts bei den extremen Temperaturen schwer, den Tritt wiederzufinden. Zwar stabilisierte sich die Verteidigung mühsam und Kuchen profitierte im Raumgewinn von den zahlreichen Fehlern des Gegners – die Gäste sammelten über das Spiel hinweg stolze 70 Strafyards, während die Mammuts bei 40 Yards blieben, dennoch blieb die Partie von Fehlern geprägt. Hauptsächlich waren die Strafen weniger persönliche Fouls, sondern fanden Ihren Ursprung bei Wechselfehlern oder zu frühem Bewegen. In Summe gingen beide Mannschaften extrem fair miteinander um. Den ersten Angriff der Urzeitelefanten wurde durch eine Interception beendet. Die Antwort von Kuchen folgte dann aber auf dem Fuße. Hendrick Moll schlug einen Pass der Rebels direkt in die Arme von Heiko Schaum und sorgte mit dieser Team – Interception für den Angriffsrechtswechsel an der gegnerischen 41 Yard Line.
Dadurch besann sich Kuchen auf seine Stärken am Boden und läutete die „Dinges Time“ ein. Getragen von einer enormen Energieleistung erkämpfte sich Runningback Oliver Dinges Meter um Meter in Richtung gegnerischer Endzone. Mit hohen Laufspielanteilen und einem beeindruckenden Kraftakt nach dem anderen tankte er sich Yard um Yard durch die gegnerische Defensive. Hofmann bereitete den entscheidenden Moment vor, indem er Chris Haldenwanger mit einem tiefen Pass über das Feld bediente, ehe Dinges den Ball erneut über die Linie wuchtete. Dieser unermüdliche Laufrausch krönte sich mit seinem zweiten Touchdown des Tages und führte die Mammuts zum hart umkämpften 13:13-Ausgleich. Da der Extrapunkt diesmal jedoch misslang, blieb es vorerst bei diesem Zwischenstand. Als Bruchsal im Schlussabschnitt erneut zuschlug und die Führung auf 13:20 ausbaute, schien das Spiel den Mammuts in der Endphase endgültig zu entgleiten.
Doch das Team bewies echten Charakter und unbändigen Kampfgeist. Angetrieben von den lautstarken Fans auf dem Espan mobilisierte Kuchen die allerletzten Reserven. In den Schlussminuten folgte der dramatische finale Drive: Hofmann führte sein Team ruhig über das Feld, ehe Yannick Mayer mit einem sensationellen Catch in der Endzone den Touchdown zum 19:20-Anschluss erzielte. Anstatt auf den Ausgleich zu gehen, setzten die Mammuts alles auf eine Karte: Bei der anschließenden Two-Point-Conversion wurde Chris Haldenwanger in der Endzone behindert, weshalb es fünf Yards nach vorne ging und der Versuch wiederholt wurde. Auch diesmal behielt Hofmann die Nerven, bediente erneut Mayer in der Endzone und erzwang so die entscheidenden acht Punkte im letzten Viertel, die das Spiel auf den allerletzten Drücker zum umjubelten 21:20-Endstand drehten. Um 17:31 Uhr kniete Kuchen ab und besiegelte damit den zweiten Sieg in Folge.

Mit dem hauchdünnen Erfolg sichern sich die Mammuts vorzeitig den 4. Platz in der Bezirksliga Baden-Württemberg und verweisen die Bruchsal Rebels auf den 5. Platz, was für die Gäste den Gang in die Relegation bedeutet.
Nach dem Spiel zeigten sich die Verantwortlichen der Mammuts erleichtert, aber auch selbstkritisch. In ihren offiziellen Statements zur Partie bilanzierten die beiden Headcoaches unter dem Strich eine herausragende Leistung gegen einen ebenbürtigen Gegner. Beide Coaches waren sich einig, dass es „ein Sieg des Willens“ war. Luke Held zieht den Hut von jedem seiner 26 Spieler des heutigen Tages. „Bei den Temperaturen, in mehreren Mannschaftsteilen und zudem noch oft direkt hintereinander ist eine herausragende Leistung und ich bin stolz auf mein Team“ so Held. Er ist sich sicher, dass so eine Partie vor einem Jahr noch an die Gegner gegangen wäre. Er ist zufrieden das erste Etappenziel erreicht zu haben und die restliche Saison ohne Druck aufspielen zu können, gibt jedoch gleich die nächste Messlatte aus. Aus den drei verbleibenden Spielen möchte er mindestens einen, besser zwei Siege mitnehmen. HC Yannick Mayer bläst ins selbe Horn und möchte sich für die knappe Niederlage gegen Backnang revanchieren und sieht es als Herausforderung den bisher ungeschlagenen Tabellenführer Albstadt die perfekte Saison zu ruinieren.
Mayer wollte heute keinen einzelnen Spieler lobenswert erwähnen. „Der Sieg war das Ergebnis einer starken Mannschaftsleistung bei der jeder alles gegeben hat – ein richtiger Arbeitssieg“ so der Spielertrainer. “Wir konnten die gesamte Saison mit allen Mannschaften mithalten und überall Punkten, deshalb sehe ich den vierten Tabellenplatz auf jeden Fall als gerechtfertigt an, auch wenn Bruchsal heute absolut auf Augenhöhe war“ bilanziert Mayer weiter. „Der Sieg gibt uns die Gelegenheit bereits jetzt mit den Vorbereitungen auf die Saison 2027 zu beginnen. Wir werden natürlich Abgänge kompensieren müssen, mit dieser mentalen Stärke haben wir allerdings ein gutes Fundament, auf das wir aufbauen können!“
Fotos: Günter Damerau